Der Verein Libellula e.V.

Der Förderverein für Umweltbildung und Waldpädagogik an Schulen, Libellula e.V., wurde im Jahr 2000 von Grundschulen, Forstleuten und Naturfreunden gegründet. Umweltbildung und Waldpädagogik an Schulen zu unterstützen war und ist das Ziel - wie schon der Vereinsname deutlich macht.
 

 

Eine Waldpädagogin des Vereins ging dazu an die Schulen, um mit den Kindern Waldspaziergänge zu unternehmen. Für die Schulen sollte dies kostenlos sein. Im Corona-Jahr 2020 mussten die Waldspaziergänge erstmals ausfallen.
Seine Vereinsziele verfolgt der Verein seitdem umso stärker im Projekt Mittelalterdorf.

Einige Jahre nach der Vereinsgründung entstand die Idee, nicht nur an die Schulen zu gehen, sondern diesen auch einen außerschulischen Lernort in der Natur zu bieten. Nach Abwägung verschiedener Vorschläge - auch eine Art Bauernhof war einmal im Gespräch - nahm das mittelalterliche Modelldorf Gestalt an. In Kooperation mit den Niedersächsischen Landesforsten konnte dieses auf dem Grundstück des Waldpädagogischen Zentrums Göttingen, Haus Steinberg, auf eben diesem Steinberg über Hann. Münden errichtet werden.

Gebaut wurde nach und nach, immer mit Kinder- und Jugendgruppen gemeinsam. Und auch heute ist das Dorf nicht "fertig": alte Häuschen müssen saniert werden, die Nutzung ändert sich, ein neues Haus wurde gebaut, um Hygieneanforderungen besser gerecht werden zu können, wenn die Kinder und Jugendlichen sich selbst ihr Essen über offenem Feuer zubereiten.

Der Verein Libellula ist als gemeinnützig anerkannt und hat aktuell rund 100 Mitglieder. Vorsitzender ist der Biologe Dr. Christian Platner. Eine Mitgliedschaft ist ab 10 Euro Förderbeitrag im Jahr möglich.

 

Projekte

Wann immer möglich, organisiert Libellula auch besondere Projekte mit KooperationspartnerInnen, um zusätzliche Aspekte in sein Angebot einzubringen und weitere Zielgruppen zu erreichen. Das Sprach- und Handwerker-Camp 2018 war so eines: angeregt und begleitet von der Bürgerinitiative ein.münden, die ehrenamtlich Flüchtlinge betreut, arbeiteten örtliche HandwerkerInnen mit pädagogischen BetreuerInnen zusammen, um mit einer gemischten Gruppe Jugendlicher – unbegleitete, minderjährige Flüchtlinge, Jugendliche mit und ohne Migrationshintergrund – das neue Küchenhaus in Fachwerkbauweise zu errichten. Bei den Sprachübungen wurde ein besonderes Augenmerk auf die handwerklichen Fachbegriffe gelegt.

In einem von der EU geförderten Projekt war einst mit einer internationalen Gruppe die Palisade erbaut worden, die inzwischen ihr Verfallsdatum erreicht hat und erneuert werden muss.

Eine Kooperation besteht auch mit dem Forstamt Hann. Münden und dem Waldpädagogikzentrum.

 

Die MitarbeiterInnen

Beim Verein angestellt ist die Koordinatorin mit einer halben Stelle. Alle anderen arbeiten ehrenamtlich oder gegen eine geringe Aufwandsentschädigung (Kilometergeld). In der Regel arbeitet ein junger Mann oder eine junge Frau mit, der/die ein Freiwilliges Ökologisches Jahr beim Verein absolviert.
 

Finanzierung und Förderung

Die Gebühren hält der Verein bei den pädagogischen Angeboten bewusst niedrig, damit diese für möglichst viele Menschen erschwinglich bleiben. Auch die Schulen haben immer weniger finanziellen Spielraum für so wichtige besondere Lernangebote wie dieses. Je nach Gruppenkonstellation decken die Gebühren pro Betreuungstag die für diesen Tag tatsächlich anfallenden Kosten ab, aber eher nicht darüber hinaus. Es kann hier nicht ausschließlich mit Ehrenamtlichen gearbeitet werden, aber so weit wie möglich.

Ähnliches gilt auch für die offenen Sonntage: Je nach Besucherzahl wird hier dank ehrenamtlichen Einsatzes, wenn es gut läuft, ein Plus erwirtschaftet, das wieder in die Vereinsarbeit fließt.

Auch die Dorfmiete (60 Euro halber Tag, 110 Euro ganzer Tag) bildet nicht die Kosten ab, die für Pflege und Erhalt der Infrastruktur tatsächlich entstehen. So soll die Nutzung auch Familien, denen nicht so viel Geld zur Verfügung steht, ermöglicht werden.

Sonntags werden Menschen ab 18 Jahre beim Eintritt um eine Spende in Höhe von 3 Euro gebeten, Kinder und Jugendliche sind frei.

Die Waldgänge mit den Schulen waren bis vor zwei Jahren für die Schulen kostenlos. In den vergangenen zwei Jahren wurde um einen freiwilligen Beitrag gebeten, da die Spenden an Libellula deutlich spärlicher flossen. Dann kam Corona. Im Jahr 2020 fanden daher keine Waldgänge statt. Deren Finanzierung wäre auch problematisch geworden. Die Spendenfähigkeit der schulischen Fördervereine ist nur so groß wie die Finanzkraft der Eltern – gerade Brennpunktschulen brauchen weiter kostenlose Waldgänge.

Im Corona-Jahr 2020 wurden fast alle Buchungen des pädagogischen Angebots storniert. Lediglich zwei Schulklassen schafften es, kleine Schlupflöcher kurz vor der Krise und vor dem zweiten Lockdown auszunutzen. Ersatzweise haben hauptsächlich zwei Ehrenamtliche Mund-Nase-Bedeckungen genäht und zugunsten des Vereins gegen Spende abgegeben.

Der Verein erhält keine regelmäßige Förderung. Fördergeld muss von Projekt zu Projekt mit viel Verwaltungsaufwand immer wieder neu eingeworben und dann zweckgebunden verwendet werden. Zum Beispiel wurden die Sprachcamps aus verschiedenen Töpfen unterstützt.

Im Jahr 2020 hat der Verein gut 400 Euro als Corona-Beihilfe erhalten. Das deckt nicht annähernd den Ausfall durch die Stornierungen.